Von Zoobesuchen und -besuchern

Zwergotter
Hier ein paar weitere Tierbilder aus dem Wildpark (Ich berichtete ja bereits in diesem Blogeintrag darüber).
Zusätzlich ein paar Gedanken darüber, dass „wir Fotografen“ für Aussenstehende manchmal nur schwer zu verstehen sind und was wir machen können um das zu ändern.
Es ist schon schwierig mit uns Fotografen.

Sätze wie „Können wir jetzt weiter?“, „Nun mach doch endlich dein Foto.“ und „Worauf wartest du denn?“ haben wir bestimmt alle schon einmal gehört.

Der Grund:
Ständig bleiben wir stehen, sehen uns eine Sache ganz genau an und warten, für unsere Begleiter oftmals unverständlich, auf den richtigen Moment. Oder wir laufen dreimal um eine Sache herum um den bestmöglichen Aufnahmewinkel zu finden.

Und während wir über den Sucher gebeugt darauf warten dass die Sonne wieder hinter der Wolke hervorkommt (oder dahinter verschwindet) gehen etliche Spaziergänger an uns vorbei und machen gegebenenfalls einen achtlosen Schnappschuss um sich sofort weiterzubewegen. Manchmal ernten wir erstaunte Blicke. Manchmal gibt es auch Kommentare von Bekannten und sogar von Fremden. Oder uns wird mit den Worten „Hier, mit meinem Handy!“ stolz ein Telefon mit einem Schnappschuss unter die Nase gehalten.


Rothirsch

Diese Reaktionen zeugen natürlich von Unverständnis.

Es wäre aber zu leicht es einfach damit abzutun und weiterzumachen. Es liegt auch an uns den Personen um uns herum die Augen für das sehen zu öffnen.

Natürlich hat es nur wenig Sinn den Umstehenden ein Gespräch über technische Details wie etwa Blende und Belichtungszeit aufzudrängen. Wenn es sie interessieren würde, dann würden sie sich von alleine damit auseinandersetzen oder fragen.

Erinnern wir uns daran wie wir uns am Anfang schwer getan haben richtig hinzusehen und das Gesehene zufriedenstellend in ein Foto umzusetzen. Aber irgendwann hatten wir plötzlich auch mal ein „richtig gutes“ Bild zwischen all’ unseren Fotos. Und dann packte uns der Ehrgeiz. Das nächste Bild sollte auch wieder so gut werden.

Und genauso wie wir benötigen auch die Leute um uns herum einige Zeit um zu lernen und zu erkennen. Wenn man einige Zeit seinen Freunden, Bekannten und der Familie einige wenige(!) gute Fotos gezeigt hat, dann werden ganz von alleine plötzlich Reaktionen kommen. Wichtig dabei ist nur, sie nicht mit jedem einzelnen unserer Bilder zu „überfallen“. Sonst haben sie irgendwann keine Lust mehr.


Storch im Seitenlicht

Ich habe den folgenden Satz jedenfalls erst nach einiger Zeit und genauerem Nachdenken komplett erfasst:

Fotografen sollten nur ihre besten Fotos zeigen. (Quelle unbekannt)

Es geht nicht nur darum, dass wir mit unseren misslungenen Aufnahmen keinen Eindruck schinden werden. – Es geht auch darum die Menschen um uns herum an eine höhere Qualität bei Bildern zu gewöhnen. Nur so werden sie in Zukunft in der Lage sein die Spreu vom Weizen zu trennen. Und nur so werden wir langfristig mehr Verständnis für die Fotografie und unser Verhalten ernten.

Mein Ziel für die nächste Zeit lautet jedenfalls: Aussortieren meiner Fotos (speziell auch auf dieser Website) und nur noch das zeigen wovon ich wirklich überzeugt bin. Auch wenn dann nur noch wenig übrig bleibt.

Denn Schnappschüsse gibt es überall zu sehen...

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